Selfie einer Frau mit einem Mann im Spiel "Die Sims 4" geschossen.
Romane schreiben

Wie ich meine Romanfiguren entwickele

Ich entwickele meine Romfanfiguren nicht am Reißbrett. Bei mir formen sie sich während des Schreibens. In der Auseinandersetzung mit der Romanhandlung und anderen Romanfiguren entstehen sie und nehmen Kontur an, sowohl was ihr Aussehen betrifft als auch ihre Charaktereigenschaften und Fähigkeiten.

Die Romanidee gekoppelt an eine bestimmte Persönlichkeit

Fällt mir ein Plot ein, den ich weiter zu einem Roman vertiefen möchte, ist er bei mir in der Regel an eine bestimmte Figur gekoppelt, die wie aus dem Nichts geboren bereits bestimmte Eigenschaften aufweist. Mit den Jahrzehnten meiner Leseerfahrung von Romanzen habe ich natürlich viele Archetypen von Romanfiguren in meinem Unterbewusstsein gespeichert. Machen wir uns nichts vor. Praktisch jede Art von Romanfigur ist schon einmal dagewesen. Als Autor kann man also die Archetypen in der Fantasie wie Spielpuppen hin und her schieben, sie formen, ihnen Eigenschaften nehmen oder welche hinzuaddieren. Mit zunehmender Arbeit am Roman wird im Idealfall aus der typisierten Figur ein eigener und individueller Chara des Autors, sofern er genug eigene Ideen mitbringt und es wagt, ausgetretene Pfade zu verlassen. Wenn er beispielsweise seine Figur mit Problemen konfrontiert, die für das Genre ungewöhnlich sind.

Das Exposé schreiben

Sobald ich meine Roman-Idee lange genug im Kopf hin und her gewendet habe, schreibe ich ein Exposé mit dem besonderen Augenmerk auf die Figuren. Es geht mir mehr um ihre Handlungen und nicht so sehr um ihre azurblauen Augen und ihr langes weiches Wallehaar. Solche Details ergeben sich später immer noch. Um eine Romanfigur interessant zu gestalten, muss sie vom Verhalten, ihrem Denken, ihrem Werdegang und ihrer Herkunft spannend sein. In der Romance, egal in welchem Untergenre, sind die Hauptfiguren meistens schön. So richtig planen muss man an ihrem Äußeren nur die Macken. Manchmal sind die bösen Nebenfiguren mit mehr Sorgfalt gestaltet, weil man an ihrem Aussehen eben mehr arbeiten muss.

Bei mir fällt das alles in der Regel in die Kategorie ergibt sich von selbst und ich habe keine besonderen Tipps dafür parat außer: Zu viel Schönheit beim Helden oder der Heldin ist langweilig.

Mit dem Schreiben beginnen und die Romanfiguren mitten in die Handlung schmeißen

Manchmal schreibe ich noch ein Exposé für jede einzelne Szene, meistens lege ich aber sofort mit dem Schreiben los. Für mich ist es wichtig, dass ich auf ein Ziel zuschreiben kann, damit der Roman nicht im Laufe der Zeit versickert. Ich werfe meine Romanfiguren mitten ins Geschehen und schaue, wie sie sich verhalten. Dabei sehe ich auch ihre Vergangenheit, ihre kleinen Ticks, Freunde und Feinde usw. Ob sie ihre Haare dann lieber lang oder kurz tragen und ob diese lockig oder glatt sind, ergibt sich auch oft daraus. Ich weiß das eben am Anfang noch nicht. Manchmal merke ich in der Mitte des Romans, dass die Figur eben doch ein bisschen anders ist, als ich dachte. Dann muss ich halt am Anfang noch da und dort etwas umformulieren.

Figurengestaltung mit dem Spiel Die Sims 4

Damit experimentiere ich seit einer Weile. In erster Linie habe ich Romanfiguren bereits veröffentlichter Bücher gestaltet. Gelegentlich sind mir dabei noch ganz neue Ideen gekommen. Daher habe ich vor, das Spiel auch während des Schreibens zu benutzen. Ich suche mir bei Depositphotos oder im Internet ein tolles Vorbild heraus, gestalte die Figur im CaS des Spiels und lasse meine Gedanken dabei fließen. Inwieweit das Einfluss auf den Roman haben wird, weiß ich derzeit noch nicht.

Fazit

Zu Anfang meiner Autoren-Laufbahn war ich sehr verunsichert. Ich schämte mich ein bisschen für meine Methode des Schreibens (einfach loslegen). Andere Autoren planen und überlegen sooo viel, bevor sie überhaupt nur einen Satz ihres neuen Romans schreiben.

Ich schreibe gerne Exposés. Also nutze ich diese Vorliebe als Planungsphase, ohne mich mit Planung direkt zu quälen. Denn ich hasse es, einen Roman methodisch Szene um Szene zu planen. Das verkrüppelt meine Fantasie und am Ende kommt nix Gescheites dabei heraus. Da dieses Exposé ja nur für mich selbst ist, muss ich mich nicht so sehr an die formellen Regeln eines Exposés halten. Manchmal füge ich dort sogar kleine Dialoge ein, die mir gerade einfallen und die unbedingt rausmüssen. Oder ich gebe kleine Arbeitsanweisungen an mich selbst für später, wenn ich beim Schreiben an einer bestimmten Stelle angekommen bin.

Dieser Blogpost ist für Autoren und Schreibinteressierte gedacht, die an der Figurenplanung verzweifeln, weil sie es, wie ich, nicht am Reißbrett können. Jeder Autor muss seinen eigenen Weg finden. Nicht verzagen! Es gibt kein Richtig oder Falsch. Finde den für dich passenden Weg!

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