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Romane schreiben

Drei Sätze für das Buch – Schreib den verdammten Klappentext!

Immer wieder lese ich in den sozialen Medien, wie schwer es den meisten Autoren fällt, einen Klappentext für ihr Buch zu schreiben. Dabei ist das gar kein Hexenwerk.

Den ersten Entwurf des Klappentextes schreiben:

Es ist dein Buch! Du kennst es besser als jeder andere. Du bist begeistert davon und möchtest jedem davon erzählen – oder? Also setze dich an die Tastatur und leg los mit dem Plaudern über dein Buch! Der erste Entwurf deines Klappentextes muss nicht perfekt sein. Er muss auch nicht kurz sein. Einfach mal ein paar Emotionen in Worte fangen, die dein Buch ausmachen.

Grundregel Zeitform Klappentext:

Der Klappentext wird in der Gegenwartsform geschrieben.

Den Entwurf überarbeiten:

Bei diesem Arbeitsgang streichst du Geschwätz und Geschwafel. Du möchtest zum Substrat vordringen und das Herz deiner Geschichte Schicht um Schicht wie eine Zwiebel entpellen. Dort, wo die Neugier des Interessenten gepackt wird, da willst du hin. Schwafel nicht lange über Berge und Landschaften (es sei denn, du schreibst ein Sachbuch über ein bestimmtes Land). Ob du mal in der sechsten Klasse einen Literaturpreis gewonnen hast, ist auch total unerheblich.

Deine Romanfiguren sind das A und O des Romans, also stehen sie auch im Klappentext im Mittelpunkt.

Die Systematik der Online-Buchshops bei der Produktpräsentation auf der Homepage oder in der Kürze liegt die Würze:

Ziehen wir mal Amazon als Beispiel heran. Dort ist auf der Produktseite das Buchcover auf der linken Seite angeordnet. Rechts davon stehen Informationen wie Sternebewertungen und Preis. Unter der Preisangabe ist Platz für 3 bis 5 Sätze. Diese Sätze müssen sitzen und Spannung erzeugen. Hier entscheidet sich, ob der Interessent auf „mehr lesen“ klickt oder zu einem anderen Buch blättert. Wer an dieser Stelle über gewonnene Literaturpreise schwafelt, hat bei Viellesern meistens schon verloren. Die möchten eher wissen, wie der Held oder die Heldin sich fühlen oder in welche Schwierigkeiten sie geraten. Praktischerweise gibt man gleich auch schon Hinweise, in welchem (Unter)Genre das Buch angesiedelt ist. Nein, nicht schreiben: Genre: Urban Fantasy. Man flicht das geschickt in die Beschreibung ein.

Nach dem „mehr lesen“:

Dort kann man noch ein paar mehr Informationen über das Buch einstreuen.

Klappentext gleich Produktbeschreibung?

Dem Grunde nach kann man als Selfpublisher natürlich den Text für die Online-Shops auch etwas anders gestalten als für den Klappentext auf dem Buchumschlag. Will man ein Print setzen, muss man vielleicht noch ein bisschen kürzen oder Sätze umstellen.

Ermutigung:

Während andere Selfpublisher schon zwei Bücher veröffentlicht haben und du vielleicht die Nase rümpfst, weil du deren Klappentexte doof findest, verdienen die sich schon dumm und dämlich. Du verzweifelst immer noch an deinem eigenen Klappentext. Bei all der Mühe, die man sich mit ihm gibt: Man kann Perfektion anstreben, aber er muss nicht perfekt sein. Das verdammte Buch zügig auf den Markt zu bringen, ist das Ziel.

Es gibt Leute, die behaupten, Klappentext (und erster Satz) müssen perfekt sein. Das ist Gelabere. Weil: Was der eine perfekt findet, gefällt dem anderen vielleicht überhaupt nicht. Du hast vielleicht wochenlang an deinem Klappentext herumgefeilt (oder andere dafür bezahlt) und dann erzählt dir der erste Rezensent, wie doof er deinen Klappentext findet und dass der gar nix mit dem Buch zu tun hat.

Ich will damit nicht sagen, dass du keine Sorgfalt in deinen Klappentext stecken sollst. Sich daran aufreiben ist allerdings auch der falsche Weg.

Kleiner Tipp am Rande:

Je mehr Klappentexte man geschrieben hat, desto besser wird man. Als Selfpublisher hat man es dann auch in der Hand, alte Klappentexte zu überarbeiten.

One Comment

  • Ulla

    Hallo Norma!
    Du sprichst mir aus dem Herzen!
    Ich lese den Klappentext und entscheide dann, ob das Buch eine Chance erhält. Dabei will ich kurz und knackig wissen, um wen und um was es geht.
    Die Details möchte ich beim Lesen selbst entdecken, die brauche ich nicht im Klappentext.
    Ein persönliches NoGo ist bei mir übrigens mittlerweile so was: „Der Held (noch schlimmer: Der Protagonist …) erlebt in dieser Geschichte …“
    GLG Ulla

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