Fan-Art Science Fiction Romance "Taji from beyond the Rings" Author R. Cooper
Rezensionen

R. Cooper: Taji from beyond the Rings

Spannender SF-Roman mit ausdetailliert beschriebener Welt und deren Kultur. Ich habe schon einmal ein Buch der Autorin gelesen und wusste deshalb, worauf ich mich einlasse, nämlich auf eine ausufernde Erzählung mit wahnsinnig vielen Detailbeschreibungen. Ich habe etwa 30 Prozent des Buchs benötigt, um den Kernplot überhaupt zu finden. Praktisch habe ich mich lesenderweise durch die Verzierungen gewühlt. Dann hatte ich endlich den roten Faden gefunden und das Lesen wurde komfortabler.

Das Buch ist wahnsinnig spannend. Man muss aber echt Geduld mit dem Stil der Autorin mitbringen.

Worum es geht? Okay, ein kleiner Wegweiser:

Die Sha (oder Shavian) sind ein wahnsinnig stolzes Volk. Ihr Imperium ist eigentlich nicht sehr groß, nur ein Heimatplanet und ein Mond, auf dem Bergbau betrieben wird. (Soweit ich das verstanden habe.) Jedenfalls gerieren sie sich, als würden sie hunderte von Planeten beherrschen.

Nun möchte die Interplanetary Trade Coalition schon seit einem Jahrhundert mit den Sha Handel treiben. Diese Coalition könnte den Planeten einfach überrennen, so mächtig ist die. Aber sie schickt erst einmal einen Botschafter. Der dann umgebracht wird. Also schickt sie, geduldig wie sie ist, einen zweiten hinterher.

Taji arbeitet als Sprachexperte für diesen Botschafter und ist total verliebt in Trenne, den Sicherheitschef des Botschafters. Trenne wurde auf Shavian geboren, gehört aber zu der niedrigsten Kaste der Ureinwohner. Nun fragt es sich natürlich, wo die Imperatoren herkommen. Entweder ist mein Englisch zu schlecht oder es geht eigentlich nur darum, dass die Bewohner eines bestimmten Staats auf dem Planeten alle anderen Staaten überrannt haben. Vielleicht wissen die selbst nicht, woher sie stammen, denn mit der Geschichtsschreibung sind die Adeligen geizig und viele Informationen sind über die Jahrtausende verloren gegangen.

Als Taji einmal privat ein Restaurant besucht, fangen zwei Shavians an, ihn als wilden shehzha zu bezeichnen, sich um ihn zu streiten und was von Ehre zu faseln. Die wollen sich sogar seinetwegen duellieren. Aber Trenne rettet ihn natürlich mit seiner coolen und kontrollierten Art. Es dauert ziemlich lange, bis dann mal so nach und nach entblättert wird, was ein shehzha ist.

Dieses Rätsel, was für erfahrene Liebesromanleser eigentlich keines ist, fängt mit der Zeit an, immer mehr zu nerven. Weil für die Romanfiguren früh ersichtlich ist, dass darin ein strategischer Vorteil liegt, sie aber nicht die richtigen Fragen stellen. Man kann das nur mit der Sprachbarriere erklären, die aber für Taji zunehmend keine mehr ist (siehe oben: er ist der Sprachexeperte und ein wirklich guter).

Taji ist eine Quasselstrippe und kann seinen Mund auch in diplomatisch heiklen Situationen nicht halten. Da er aber ein shehzha ist, nimmt ihm das niemand so richtig übel. Freilich ist es trotzdem ein dorniger Weg, bis die verkrustete Oligarchie der Sha endlich „aufgemischt“ wird und der selbstherrliche Imperator seine gerechte Strafe erhält.

Taji und seine Mitstreiter stolpern durch das Setting – im wahrsten Sinne des Wortes: Taji trägt eine Prothese und der Botschafter ist gesundheitlich auch schwer angeschlagen.

Spannend ist, wie Trenne und Taji den Sha-Adeligen immer wieder Respekt abnötigen. Scheinbar gelassen nimmt Trenne es hin, dass die Sha ihn als Tier bezeichnen. Am Ende ist er derjenige, der politisch triumphiert, zumindest für den Moment.

Die Liebesgeschichte zwischen Taji und Trenne ist süß. Es bleiben einige Fragen bezüglich der Sexualität der Sha offen, was bestimmte hormonelle Auswirkungen angeht. Darauf gehe ich jetzt nicht näher ein, sonst müsste ich spoilern.

4 Sterne

Im Epilog gibt es Hinweise, dass die Autorin noch ein zweites Buch mit den Shavians planen könnte. Darauf bin ich schon gespannt.

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Autorenhomepage:
https://www.riscooper.com/

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