Das Sommerfest des Zwergenkönigs
Book Teaser,  Magische Wesen inkognito

Buchillustration: Das Sommerfest des Zwergenkönigs

Nur ein Fantasy-Rollenspiel?

Die junge Menschenfrau Liz hat die Einladung von Sarel zu seinem Sommerfest angenommen. Sie glaubt, es handelt sich bei der Veranstaltung um ein Fantasy-Rollenspiel, auch wenn alles so echt wirkt.

Das Sommerfest des Zwergenkönigs
Das Sommerfest des Zwergenkönigs

Werbegrafik für das Buch Des Zwergenkönigs verzweifelte Entscheidung von Norma Banzi.

Textschnipsel:

Roderik, seine Katze und Liz waren vor den anderen Gästen am Vormittag angekommen und so hatte Sarel Gelegenheit gehabt, ganz für Liz da zu sein. Nun, am späten Nachmittag fuhren die Limousinen in Minutentakt die Prachtstraße zum Anwesen hoch und Sarel begrüßte die Ankömmlinge in der Empfangshalle.

Liz tauschte ihr neckisches Elfenkostüm gegen ein weißes Ballkleid im griechischen Stil, welches sie mit grünen Samtbändern etwas irisch aufpeppte. Es passte ganz ausgezeichnet zu den angeklebten, spitzen Elfenohren, die sie immer noch trug. Maurice steckte ihr die langen Haare mit juwelenbesetzten Schmucknadeln hoch, die ihr Sarel aus seinem Familienbesitz zur Verfügung stellte, und komplettierte seine Arbeit mit einigen Blüten.

Liz hatte Maurice nicht ankommen sehen, aber nach eigenen Angaben war er vor zwei Stunden mit dem Porsche eingetroffen. Die geliehenen, wertvollen Juwelen in ihrem Haar machten Liz etwas nervös. Sie wollte sie nicht verlieren. Aber als sie sich vor dem Spiegel drehte und Maurices Kreation bewunderte, fand sie sich einfach toll und vergaß ihre Bedenken.

„Du siehst aus wie eine echte Elfe“, meinte Maurice und strahlte sie an.

„Vielen Dank! Du siehst aber auch nicht schlecht aus.“

Maurice hatte zu engen schwarzen Hosen eine prachtvolle mit kunstvollen Mustern bestickte Tunika aus einem glänzenden Stoff übergezogen und trug schwarze Stiefel aus Wildleder. Maurice reichte ihr den Arm. Sie hakte sich bei ihm ein und gemeinsam gingen sie in die Empfangshalle, wo schon zahlreiche kostümierte Gäste miteinander plauderten und ihre Aperitifs genossen.

Sie bahnten sich ihren Weg vorbei an prachtvoll gekleideten Gruppen. Da und dort nickte Maurice jemandem höflich zu. Manchmal wurde sein Gruß erwidert. Gelegentlich wies nur eine hochgezogene Braue oder eine winzige Handbewegung darauf hin, dass sein Gruß wahrgenommen wurde.

„Die sind aber ganz schön distanziert“, wisperte Liz ihm ins Ohr. Maurice zuckte mit den Schultern. „Im Gegensatz zu früher sind die meisten mir gegenüber mittlerweile richtig warmherzig.“

„Haben sie dich abgelehnt, weil du schwul bist?“, wollte Liz wissen.

„Die Elfen da hinten? Nein, ich hatte nicht die richtige Großmutter.“

„Seltsam, in der heutigen Zeit.“

„Die da drüben sind eben noch sehr der Tradition verhaftet.“

„Was sollte das für eine Tradition sein? Nur in derselben gesellschaftlichen Schicht zu heiraten?“

„So ähnlich.“

Liz erkannte Roderik erst, als sie dicht bei ihm stand. Er trug einen altmodischen dunklen Anzug mit Umhang und ein silbernes Amulett funkelte an einer Kette um seinen Hals. Der Mann mit den langen, schwarzen Haaren neben ihm war ebenso gekleidet. Beide wirkten sehr düster und das Bild wurde komplettiert durch einen schwarzen Hund, der aussah wie eine Kreuzung aus Dobermann, Dogo Argentino und American Staffordshire und das gefährlichste Gebiss hatte, was Liz jemals an einem Hund gesehen hatte. Zum Glück war eine Leine an seinem ledernen, an den Außenseiten mit metallenen Stacheln besetzten Halsband befestigt.

„Du hast mir versprochen, dich diesmal anders zu verkleiden“, schalt Maurice seinen Lebensgefährten.

„Mein Vater ist gekommen“, antwortete dieser lapidar.

„Als was sind Sie denn verkleidet, Mr. Smith?“, erkundigte sich Liz bei Roderik, die sich tunlichst bemühte, nicht in die Nähe des Hundes zu geraten, der aber ganz gesittet blieb und mit dem Schwanz wedelte.

„Als Dämon“, grollte der.

„Gibt es denn Dämonen in Irland?“, fragte Liz.

„Dämonen gibt es überall“, antwortete der schwarzhaarige Mann statt seiner. Er zog kritisch eine Braue hoch und daher beeilte sich Maurice, ihm Liz vorzustellen: „Das ist Liz Wagner, eine Mitarbeiterin von Hoffmann, Tucci, Smith & Partner. Sie ist auf besondere Einladung von Sarel hier. Liz, darf ich dir den Vater von Roderik vorstellen, Magnus Smith.“

Höflich reichte Liz dem finsteren Mann vor sich die Hand. Er war ungemein attraktiv und wirkte kaum älter als sein Sohn. Dennoch lief ihr eine Gänsehaut über den Rücken, als seine Finger sie berührten.

„So, so, ein besonderer Gast von Sarel“, stellte Magnus fest. „Für zehn Sekunden habe ich Sie für eine echte Elfe gehalten, Sie erscheinen so … frisch.“

„Äh, danke“, meinte Liz. Magnus machte sie auf eine Weise nervös, die ihr durch und durch ging. Daher plapperte sie das Nächstbeste, welches ihr in den Sinn kam. „Was ist das für eine Hunderasse?“

Magnus ließ gnädigerweise ihre Hand los und erklärte: „Ein Höllenhund! Meine Schwester züchtet diese Rasse und hat mir vor einigen Monaten einen Welpen zum Geburtstag geschenkt. Sie können ihn ruhig streicheln. Er mag sie.“

„Sie veräppeln mich“, lachte Liz, tat aber, wie ihr geheißen und hielt dem Tier mit dem scharfen Gebiss ihre Hand unter die Nase. Der Hund wedelte noch stärker mit dem Schwanz und so fasste sich Liz ein Herz und kraulte ihn hinter den Ohren.

„Du bist sehr mutig, Liz. Es gibt nicht sehr viele Personen, die sich trauen, einen Höllenhund zu streicheln“, bemerkte Sarel, der plötzlich an ihrer Seite stand, seinen Arm um ihre Hüften schlang und Magnus mit einem kalten Blick bedachte. Die Luft flirrte fast vor Spannung zwischen den Männern.

„Nicht du auch noch!“, entgegnete Liz vorwurfsvoll. Weil sie den Hund so ausgiebig streichelte, entging ihr das Glühen in Magnus Augen.

‚Such dir eine andere Seele, mit der du spielen kannst’, blaffte Sarel ihn auf telepathischem Weg an.

Magnus hob beschwichtigend die Hände und sendete zurück: ‚Ich bin sowieso verabredet.’ Er drehte sich auf dem Absatz um, gab dem Hund einen knappen Befehl und ging. Das gefährliche Tier trottete gehorsam hinter ihm her.

„Also ich finde es toll, wie originalgetreu deine Gäste ihre Rollen spielen. Vor Mr. Smith senior in seiner Verkleidung als Dämon hatte ich fast ein bisschen Angst.“ „Ja, manche Personen haben darin jahrelange Übung, sich dämonisch ungehobelt zu verhalten“, gab Sarel trocken zurück. „Komm! Ich stelle dir einen russischen Milliardär vor.“

Klappentext:

Hass empfindet der New Yorker Zwergenkönig Sarel für die Deutschen. Verlor er doch mehrere Angehörige in den Wirren des zweiten Weltkriegs. Auch so viele Jahrzehnte nach Kriegsende bevorzugt er die Gesellschaft von Seinesgleichen, weil er den Menschen zutiefst misstraut. Bis er die junge Studentin Liz trifft und das Schicksal sie zu seiner Gefährtin auserkoren hat – ausgerechnet eine Menschenfrau mit deutschen Wurzeln. Wird er seiner Bestimmung trotzen und für immer einsam bleiben oder findet Liz einen Weg in sein Herz?

Hinweise: Dieses Buch greift bestimmte Aspekte der Nazizeit auf. Außerdem enthält es Spuren von homosexuellen Handlungen und polyamoren Verwicklungen.

Weiteres Material zum Buch:

Lesungsvideo Kapitel 1
Video: Figurendatenbogen von Zwergenkönig Sarel
Illustration: Das Todeslager
Illustration: Das erbeutete Klavier
Illustration: Das Sommerfest des Zwergenkönigs
Illustration: Samsons Blut-Rubin
Illustration: Juwelenausstellung mit Hindernissen
Illustration: Flirt im Fahrstuhl
Entstehungsgeschichte von Flirt im Fahrstuhl

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